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Die Sage vom Swantevit

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Von Swantevit, wie auch von seinem Tempel hat die Geschichte folgendes aufbewahrt :

Der Tempel auf Arkona, zierlich gebaut, mit Schnitzereien und Malerei geschmückt. Er bestand im Innern aus zwei Abteilungen: dem Allerheiligsten, wo das Bild des Gottes stand, und der Vorhalle.
Das Allerheiligste durfte nur vom Priester betreten werden, ebenso wie nur er das dem Gott geweihte schneeweiße Pferd berühren durfte.
Das Bild Swantevits war von ungeheurer Größe und hatte vier Köpfe auf ebenso vielen Hälsen, zwei davon waren vorwärts gerichtet, zwei rückwärts. In der Hand hielt er ein kostbares Horn. Nahe bei dem Bilde hingen an den Wänden kostbare Geschenke, welche dem Gott geweiht waren.

Wie sehr die Gottheit auch bei den anderen slawischen Völkern im Ansehen stand, geht daraus hervor, dass die Böhmen zurzeit Libussas nach Rügen gesandt haben sollen, um dem Gotte ein Geschenk zu bringen und sein Bild zu erbitten. Dieses Bild wurde feierlich nach Prag gebracht und ihm dort ein Tempel errichtet.

Den Hauptmoment des Svantevitkultes bildete das alljährlich zur Zeit der Ernte stattfindende Opferfest, zu welchem alles Volk mit Opfergaben für den Gott herbeiströmte.
Der Oberpriester weissagte an solchen Tagen dem beim Tempel versammelten Volke aus dem gefüllten Horn des Gottes, war der Met vom vorigen Jahr noch unvermindert im Horn, so bedeutete das ein gesegnetes Jahr, fehlte dagegen etwas von dem Met, so bedeutete das Teuerung und Not.
Er goss dann den Met als Opfer aus, füllte das Horn wieder und leerte es selbst in einem Zuge, worauf er es noch mal füllte und es dem Gotte in die Hand gab.

Die Opfer, die Svantevit forderte, waren bedeutend, denn jeder, Mann oder Weib, musste ein Geldstück opfern, auch erhielt der Gott den dritten Teil der Siegesbeute, sowie alles, was durch 300 Pferde, die ihm eigens gehörten, gewonnen oder in der Schlacht erbeutet wurden.
Das heilige weiße Pferd des Svantevit wurde gleichfalls zu Weissagungen gebraucht. Wenn man nämlich zum Kampfe ausziehen wollte, so wurden neun Speere quer über den Boden gelegt und das Pferd darüber geführt. Schritt es nun jedes Mal mit dem rechten Fuß zuerst vor, so bedeutete das einen glücklichen Ausgang, schritt es aber mit dem linken Fuß zuerst oder berührte es die Speere, so wurde das als eine unglückliche Vorbedeutung angesehen.

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